Mittwoch, 30. August 2017

Buchrezension: Yoshiko Mizuno - Zuschneiden perfekt

95 S., Stiebner-Verlag, 19,90 €, ISBN 978-3-8307-0891-9

Vom Stiebner-Verlag habe ich Euch letztens bereits das Buch "Schöner nähen mit Profitechniken" vorgestellt. Heute zeige ich Euch aus demselben Verlag ein anderes gelungenes Buch zum Thema Zuschneiden.

Denn ohne guten Zuschnitt kann ein perfektes Kleidungsstück nicht gelingen. Ich gebe zu, ich bin da eher "schnell - schnell", denn Schnitte kopieren (oder zusammenkleben) und Zuschneiden sind für mich eher lästige Arbeitsschritte auf dem Weg zu meinen neuen Nähkreationen. Oft merke ich dann aber beim Nähen, das sich das rächt.

Dieses Buch gibt dem Anfänger wie auch den fortgeschrittenen Nähern unter uns ein solides Nachschlagewerk an die Hand. Es ist reichlich bebildert und verständlich erklärt. Ich hatte nirgends Probleme, den Ausführungen zu folgen.

Das Buch gliedert sich in drei große Kapitel: Schnittmuster anfertigen, Zuschnitt und Schnittmuster anpassen.

Im ersten Kapitel werden neben dem Vorstellen des richtigen Werkzeugs und der Wahl des Schnittmusters und der passenden Größe vor allem das perfekte Abpausen des Schnittes und das Anzeichnen der Nahtzugabe erläutert. Ich bin bisher nie auf die Idee gekommen, die Nahtzugabe direkt am Schnitt anzuzeichnen, sondern habe das (bei Schnitten ohne Nachtzugabe) meist mit Hilfsmitteln direkt auf dem Stoff getan. Diese Variante hier finde ich aber super. Manchmal ist die Lösung ganz einfach. Aber wenn man es nie anders gelernt hat, macht man es halt immer gleich.


Auch das man das Schnittmuster nochmal überprüfen sollte, war mir neu. Dabei werden z. B. die Schulterlinien überprüft, ob Vorder- und Rückenteil zueinander passen. Das scheint mir aber dann doch recht aufwendig zu sein und ich weiß nicht, ob ich mir das so aneignen werde.

Im zweiten Kapitel "Zuschnitt" wird auf die Vorbehandlung des Stoffes und die richtige Lage des Schnittmusters auf dem Stoff eingegangen. Interessant fand ich vor allem die Seiten zur Musteranpassung. Hier gibt es gute Tipps und Tricks nicht nur für Streifen und Karos, sondern auch für schwierigere Muster, damit das Endergebnis im Musterverlauf harmonisch wirkt.



Das letzt Kapitel widmet sich den Schnittmusteranpassungen. Längen- und Weitenkorrekturen an den unterschiedlichsten Kleidungsarten und Körperteilen werden super erläutert. Perfekt also für alle, die keine Standardmaße haben.


Das Buch muss man nicht im Ganzen durchgelesen haben, um damit zu arbeiten. Das gefällt mir sehr gut. Man schlägt also einfach nach, wenn ein Problem auftritt oder man sich gerade bei einem bestimmten Arbeitsschritt befindet und findet Hilfe.

Sicher ist der Prozess des Zuschneidens in diesem Buch sehr aufwändig und perfektionistisch beschrieben. Aber das sagt ja schon der Titel. Ich werde wohl nicht immer über meinen ungeduldigen Schatten springen können und all die Tipps beachten. Aber wenn es mal ganz besonders perfekt werden soll, werde ich sicher das ein oder andere mitnehmen und ausprobieren.

Das Buch könnt ihr bei Amazon kaufen. Einfach auf das Bild klicken (affiliate link).

Montag, 17. Juli 2017

Ein Abschied ...



Und wieder sind vier Wochen vergangen seit meinem letzten Post... 

In diesen vier Wochen ist mein Leben auf den Kopf gestellt worden und zwingt mich, alles zu hinterfragen, Abstand zu suchen, Puzzelstücke wieder zusammen zu setzen.

In der kunterbunten Social-Media-Welt redet man nicht darüber, das Leben ist toll, alle sind glücklich und wissen sich bestens zu verkaufen. Probleme? Haben nur die Anderen.

Auch ich möchte nicht viel schreiben - nur soviel: ein so nicht erwartetes "Ereignis" hat mich aus der Bahn geworfen und in eine tiefe Krise stürzen lassen. Nichts ist mehr sicher in mir, alles wackelig. Manche nennen es Burnout, manche Lebenskrise. Keine Ahnung.

Ich weiß nur, so kann es nicht weitergehen. Was ich ändern muss, damit ich wieder in meine Bahn finde, weiß ich noch nicht, aber es wird wohl einiges sein, tiefgreifendes. Ich hoffe, es gelingt mir.

Ballast abwerfen ist der Anfang und dazu gehört auch dieser Blog. Zumindest vorerst werde ich hier nicht mehr weiterschreiben. Ich weiß ja nicht, wohin meine Reise geht. Vielleicht komme ich wieder.

Die letzten Bilder sind die zuletzt entstandene Bikerleggings TARA von pattydoo aus butterweichem Schlangenlederimitat von Ticino-Stoffe.

Macht's gut!


Verlinkt beim Creadienstag und RUMS

Mittwoch, 21. Juni 2017

Feines Knotenkleid

Nach ein paar Wochen Abwesenheit bin ich heute wieder beim Me Made Mittwoch dabei und zeige Euch mein feines Knotenkleid aus tollem Stretchkrepp

Rosa ist ja eigentlich nicht so meine Farbe, aber der orange Krepp war ausverkauft und das Originalkleid von Burdastyle - Modell 122 aus der Aprilausgabe 2016 - hat auch einen Roséton, also hab ich mich dran versucht. Und was soll ich sagen, es gefällt mir und ich kann es tragen.


Das Kleid habe ich in Größe 36 zugeschnitten und ohne Änderungen genäht. Es passt perfekt. Die Details sind mir alle gut gelungen: der Knoten, hinten der nahtverdeckte Reißverschluss und Abnäher und Ansatznähte passen alle perfekt. Da bin ich richtig stolz drauf.


Es gibt auch wieder Teile beim Kleid, die nicht optimal sind, vor allem mit dem Futter bin ich nicht zufrieden. Ich habe alles mit der normalen Maschine genäht, da ich kein passendes Garn für die Overlock- und die Covermaschine hatte. Beim Säumen des rutschigen Charmeuse von stoffe.de sah das schrecklich aus. Ich musste das nochmal komplett abschneiden und neu machen und es ist immer noch nicht optimal, aber man sieht es ja nicht von außen, eventuell, dass das Futter jetzt um ein ganzes Stück kürzer ist als geplant.


Anfangs wollte ich das Futter ganz weglassen, aber der Stoff war zu durchsichtig, das ging dann doch nicht.


Nun habe ich ein feines Cocktailkleidchen, was ich gut zu Anlässen tragen kann, aber auch sicher im Büro mal ausgeführt wird.


Ich fühl mich jedenfalls sehr wohl darin und freue mich darauf, es zu tragen.


Dienstag, 20. Juni 2017

Leinenhose für den Mann

Mein Mann hat sich schon eine Weile eine selbstgenähte Sommerhose gewünscht. Vor dem Urlaub hab ich ihm diesen nun endlich erfüllt. Vernäht habe ich schweres dunkelblaues Leinen von Stoffe Zanderino.


Der Schnitt ist bereits bewährt. Ich habe wieder Modell 129 aus dem Burdaheft April 2010 vernäht. Auch diesmal wieder ohne Falten am Bein und ohne seitliche Baggytaschen. Das ist nicht sein Ding. Er besitzt genau in dieser Form bereits eine Cordhose.


Vorn finden sich aufgesetzte Eingriffstaschen, hinten gibt es zwei Klappentaschen mit Falte...


... und am Bund sind noch Gürtelschlaufen angebracht. Geschlossen wir die Hose klassisch mit einem Reißverschluss.


Zu nähen war es nicht kompliziert. hatte ja nun auch schon Übung. Er ist zufrieden und ich froh, dass ich jetzt wieder für mich nähen darf.

Verlinkt beim Creadienstag.

Montag, 19. Juni 2017

Buchrezension: "Schöner Nähen mit Profitechniken" -Naoko Domeki


Quelle: Stiebner Verlag
127 S., Stiebner Verlag, 24,90 €, ISBN 978-3-8307-0971-8

Nach fast vier Wochen Blogpause melde ich mich heute zurück. Es ist ja nicht so, dass ich nicht genäht habe, aber erst war ich im Urlaub, dann hatte ich irgendwie keine Zeit für Fotos und so ist die Pause länger geworden als geplant.

Dafür steige ich ab jetzt wieder voll ein und ihr könnt Euch die nächsten Tage wieder auf mehr Inspirationen von mir freuen.

Als Wiedereinstieg möchte ich Euch heute ein Buch ans Herz legen, was eigentlich jeder Nähnerd im Schrank haben sollte. "Schöner Nähen mit Profitechniken" von Naoko Domeki und Shikoko Makoni hat einfach alles, was ein Näher braucht. Keine seitenlangen Einführungen, die beiden Autorinnen  kommen sofort zu Sache.

Auf jeweils zwei Seiten werden die nützlichsten Utensilien (vor allem verschiedene Nähfüße) sowie Besonderheiten unterschiedlicher Stoffarten beschrieben, danach geht's ans Eingemachte.

Das Kapitel "Grundtechniken" erläutert den Nähvorgang an sich, wie man bei dünnen Stoffen das Einziehen am Anfang der Naht verhindert über das Festlegen und Einhalten von Nahtzugaben, das richtige Nähen von Abnähern und das Versäubern bei verschiedenen Stoffarten. Die Autorinnen gehen in dem Buch nur auf das Nähen mit einer normalen Nähmaschine ein und zeigen, wie man auch ohne Overlockmaschine zu guten Ergebnissen kommt. Dabei sind alle Schritte in zahlreichen Bildern beschrieben, so dass man wunderbar folgen kann und alles versteht.

Des Weiteren gibt es ein kurzes Kapitel zum Nähen mit Spezialfüßchen und dann folgt der weitaus größte Teil zum Thema "Schneidertechniken". Es geht vor allem um oft wiederkehrende Standardarbeiten, wie unterschiedliche Arten der Halsausschnittgestaltung, Verschlüsse wie bspw. der verdeckte Reißverschluss, Taschen, das Einsetzen von Ärmeln und das Nähen von Falten. Auch die Arbeit mit Jersey und ähnlich dehnbaren Materialien wird gut beschrieben - wieder alles Schritt für Schritt bebildert.




Ich selbst habe mich mal am verdeckten Nahtreißverschluss nach der Anleitung versucht, bin dann allerdings wieder umgeschwenkt auf die Burda-Anleitung, da ich sonst durcheinander gekommen wäre. Das nächste Mal werde ich gleich von Beginn an ein paar der Tipps ausprobieren. Allein beim Durchblättern sind mir schon ein paar aufgefallen, die ich bisher nicht kannte. So wußte ich bspw. noch nicht, dass man beim Versäubern des Halsausschnittes mit Beleg oder Schrägband, die Schulternaht nicht ganz durchsteppt, sondern ca. 0,5 cm zur Schulter hin offen lässt, damit sich die Nahtzugaben an der Stelle nicht zusammenziehen. Auch tolle Bügeltipps habe ich gefunden.

Vervollständigt wird das Werk mit der Anleitung für ein paar wenige Kleidungsstücke, wobei Schnittmuster fehlen. Diese muss man sich anhand der Schnittzeichnung selbst erstellen, was mir sehr kompliziert erscheint. Allerdings würde mich dieser Godetrock schon reizen, vielleicht probiere ich das mal in einer ruhigen Phase aus.


Gefehlt hätte mir eigentlich noch ein Kapitel zum Thema Zuschneiden. Allerdings gibt es hierzu ein weiteres Buch mit dem Titel "Zuschneiden perfekt"von Yoshiko Mizuni, das ich mir auch noch mal genauer anschauen muss.

Fazit: ein wirklich empfehlenswertes Standardwerk.

Ihr könnt das Buch direkt beim Stiebner-Verlag erwerben, bei dem ich mich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke oder über Amazon kaufen.




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enthält Werbung und Affiliate Links, jedoch ist meine Einschätzung hiervon in keinster Weise abhängig.



Mittwoch, 17. Mai 2017

Sportlich Ü40

Nach zwei Wochen in der Versenkung nehme ich Euch heute mit auf eine kleine Yogasession.

Seit einigen Jahren mache ich regelmäßig Sport. Anfangs ging ich joggen, das war aber auf Dauer nicht meine Sportart. Dann entdeckte ich Yoga für mich und bin seitdem infiziert. Ich liebe Yoga, es vermittelt mir wieder ein gutes Körpergefühl, hat meine Rückenschmerzen weggezaubert und lässt mich zur Ruhe kommen.


Und seit einem halben Jahr mache ich auch noch verschiedene Workouts, die Bauch, Beine, Po, Arme und Schultern kräftigen und Muskeln aufbauen. Seitdem habe ich auch mein Gewicht wieder besser im Griff und muss nicht mehr auf alles gucken, was ich esse.



Denn ab 40 ist das nicht mehr so leicht, auch wenn ich wohl nie zuviel auf der Waage hatte, so fühle ich mich doch wohler, wenn alles in den Proportionen ist. So mache ich also 6-7x /Woche für durchschnittlich jeweils 20 Minuten Sport daheim. Bei gutem Wetter auch gern mal im Garten.


Mein neues Outfit war also schon längst fällig. Genäht habe ich das Bustier und die Sporthose aus der Burdastyle vom Januar diesen Jahres. Für die Hose habe ich Größe 38 gewählt und für das Bustier 36. Bei beiden habe ich am Ende den Gummizug enger gemacht als angegeben, ansonsten passt alles gut.


Das Material ist ein Badeanzugstoff in rot und schwarz von www.stoffe.de sowie ein türkisfarbener Mesh für die Einsätze, ebenfalls von stoffe.de

Ich habe das erste Mal meine neue Coverlock-Maschine eingesetzt und den Mesh mit Covernähten abgesteppt. Beim Bustier bin ich sehr zufrieden, an der Hose hätte ich noch sorgfältiger arbeiten können, aber fürs erste Mal ist es schon ziemlich gut geworden.


Das Bustier sitzt (fast) perfekt. Einziges Manko: der 6 cm breite Gummizug legt sich im Rücken immer um. Das scheint am Schnitt eine kleine Fehlkonstruktion zu sein.


Vom roten Stoff habe ich noch einiges mehr gekauft, denn ich will mir für den Sommer auch noch einen Bikini machen.

So sportlich geht es nun zum Me Made Mittwoch, an dem ich heute hoffentlich nur noch frühlingshafte Kleidung sehen werden.

Mittwoch, 3. Mai 2017

So was wie Blumen

"Blumen" ist heute das Motto des Me Made Mittwoch und auch wenn ich nicht gerade blühende Landschaften auf meiner neuen Bluse präsentieren kann, so ist das Blätterwerk doch recht frühlingshaft und entspricht am ehesten meiner Interpretation des Themas. Denn ich mag es ja nicht allzu bunt. Farbenfroh ja, aber zu viele Farben auf einem Kleidungsstück - ne, lieber nicht.


So enthält die Bluse PAM - ein Schnitt aus der La Maison Victor - vor allem meine geliebten Kontrastfarben schwarz-weiß-rot. Passend dazu habe ich mir die Cambag-Tessa umgehängt (hier schon mal gezeigt).


Der Schnitt ist wirklich einfach und wie immer ist die Anleitung in LMV super beschrieben. Irgendwie bin ich auch grad auf die Bluse gekommen, bisher fristeten diese ein eher stiefmütterliches Dasein in meinem Kleiderschrank. Wenn sie aber so frisch und unkonventionell sind, dann könnte ich davon noch mehr haben.


Am Spannendsten war eigentlich der Stoff-Zuschnitt des Viskose/Baumwollstoffes, der von Stoffe Zanderino stammt und sehr preiswert ist. Denn der Rapport ist sehr groß. Ich wollte natürlich eine gute Optik und Vorderteil und Rücken sollten sich gut ergänzen. Also mir gefällt's so.


Für die Fotos habe ich meine Glitzer-Pants gewählt und ich finde die Variante mit der Bluse in der Hose noch besser.


Hier nochmal ein Detail der Schleife. Und so luftig blumig will ich heute die Sonne rauslocken. Ich hoffe, das klappt endlich mal.